Woher kommt die Frucht ?

Von nichts kommt nichts

In unserer heutigen Zeit sind die meisten Menschen von dem langen Prozess von der Aussaat bis zur fertigen Frucht entfremdet.

Wir gehen in den Supermarkt und kaufen uns die Früchte.

Aber: von nichts kommt nichts.

So wenig wie der Strom aus der Steckdose kommt, genauso wenig kommt die Frucht direkt aus dem Himmel in den Supermarkt gefallen. Es braucht einen langen Prozess, es müssen bestimmte Bedingungen stimmen, dass am Ende auch Frucht entsteht. 

Genauso, sagt Jesus in einem seiner Gleichnisse, ist es mit den Früchten des Glaubens.

Sie fallen auch nicht einfach vom Himmel.

Von nichts kommt nichts.

Dass ein Mensch sein Leben Gott anvertraut, dass sein Leben für Gott Frucht bringt, das fällt auch nicht vom Himmel.

Es beginnt mit der Saat. Ohne Saatgut läuft schon mal gar nichts.

 

Der Vorteil bei diesem Gleichnis ist ja, dass es als einziges überhaupt von Jesus selber ausgelegt ist in den Evangelien.

 

Hier das Gleichnis mit der Auslegung Jesu:

 

Lukasevangelium Kapitel 8, 5-15

Es ging ein Sämann aus, zu säen seinen Samen. Und indem er säte, fiel einiges auf den Weg und wurde zertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen's auf.

(6)Und einiges fiel auf den Fels; und als es aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte.

(7)Und einiges fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und erstickten's.

(8)Und einiges fiel auf gutes Land; und es ging auf und trug hundertfach Frucht. Als er das sagte, rief er: Wer Ohren hat zu hören, der höre!

(9)Es fragten ihn aber seine Jünger, was dies Gleichnis bedeute.

(10)Er aber sprach: Euch ist's gegeben, die Geheimnisse des Reiches Gottes zu verstehen, den andern aber in Gleichnissen,  damit sie es nicht sehen, auch wenn sie es sehen, und nicht verstehen, auch wenn sie es hören.

(11) Das Gleichnis aber bedeutet dies: Der Same ist das Wort Gottes.

(12)Die aber auf dem Weg, das sind die, die es hören; danach kommt der Teufel und nimmt das Wort aus ihrem Herzen, damit sie nicht glauben und selig werden.

(13)Die aber auf dem Fels sind die: wenn sie es hören, nehmen sie das Wort mit Freuden an. Doch sie haben keine Wurzel; eine Zeitlang glauben sie, und zu der Zeit der Anfechtung fallen sie ab.

(14)Was aber unter die Dornen fiel, sind die, die es hören und gehen hin und ersticken unter den Sorgen, dem Reichtum und den Freuden des Lebens und bringen keine Frucht.

(15)Das aber auf dem guten Land sind die, die das Wort hören und behalten  in einem feinen, guten Herzen und bringen Frucht in Geduld.

 

Jesus erklärt also, was er mit dem Saatgut meint: Das Wort Gottes.

 

Das Wort Gottes haben wir heute in zweifacher Form als Saatgut zur Verfügung. In mündlicher und schriftlicher Form.

Jesus selbst war das Wort Gottes in Person. Das menschgewordene Wort Gottes. In dieser Form ist es nicht mehr bei uns.

Aber in der Bibel in schriftlicher Form und im Gottesdienst, im Unterricht, in Predigten in mündlicher Form ist es auch heute vorhanden.

 

Gott hat zu jeder Zeit größte Mühe darauf verwendet, dass Menschen sein Wort überhaupt erst einmal hören können.

Schon durch die Propheten im Alten Testament. Und dann durch Jesus, dessen Haupttätigkeit doch war, drei Jahre lang möglichst vielen Menschen Gottes Wort zu predigen.

Und sein Auftrag an seine Apostel ( Gesandte) war, es in Zukunft allen Völkern zu predigen.

Es ist großartig, was Menschen auf sich genommen haben in den 2000 Jahren seitdem, um den Samen des Wortes in alle Welt zu bringen.

Die Bibel ist das mit Abstand meistgedruckte und übersetzte Buch der Welt.

Reichlich aussäen, ohne zu fragen: wird der Same auch aufgehn?

Das ist hier das Prinzip des Säemanns.

 

Hürden von der Saat zur Frucht

Jesus erklärt in dem Gleichnis nun, wie es dazu kommt, dass trotz reicher Aussaat, trotz reichlich vorhandenen Saatguts nicht in jedem Fall Frucht entsteht.

Hören des Wortes allein führt nicht automatisch zum Glauben.

Das Wort muss auf guten Boden fallen.

Schauen wir uns im Einzelnen an, was passieren kann, dass das Hören nicht zur Frucht führt.

 

Wir können nun in jedem Fall fragen: Wo sind wir selbst in der Gefahr, dass uns dies so passiert?

 

Erster Fall: Das Wort dringt gar nicht tiefer ein

Das Wort ist erst gar nicht in den Boden eingedrungen. Es ist gleich nach dem Hören wieder weggepickt worden.

Was passiert da, dass Gottes Wort zwar das Ohr erreicht, akustisch, aber es dringt nicht tiefer  ins Herz ein, es trifft mich nicht.

Es gibt Menschen, die fühlen sich durch Gottes Wort überhaupt nie richtig angesprochen. Es geht hier rein und da wieder raus.

Woran könnte das liegen?

Jesus erklärt es durch das Wirken des Teufels.

Der Gegenspieler Gottes hat Interesse, dass  uns Gottes Wort nicht trifft, dass wir uns gar nicht erst angesprochen fühlen.

 

Der Teufel sät z.B. Zweifel, ob dieses Wort  wirklich Gottes Wort ist.

Der Teufel hat es so  in den letzten zweihundert Jahren fertig gebracht das Vertrauen in Gottes Wort prinzipiell zu untergraben.

Die sogenannte Aufklärung, die Geistesströmung, die uns kritisches Denken gelehrt hat, ist da in manchem über ihr Ziel hinausgeschossen. Da wo sie den begrenzten menschlichen Verstand zum letzten Maßstab setzt, ist sie gegenüber sich selber nicht kritisch genug.

So hat sie dafür gesorgt, dass viele Menschen grundsätzlich daran zweifeln, dass Gott durch die Bibel direkt zu ihnen reden kann und will.

Die Bibel bleibt für sie Menschenwort, bleibt für sie eine Information, die sie persönlich nichts angeht. 

 

Aber auch wenn Menschen die Bibel als Gottes Wort hören, kann es sein, dass dieses Wort oft schnell weggepickt wird:

Sie kennen es sicher auch aus Ihrem eigenen Erleben:

Es gibt Zeiten, da haben Sie vielleicht einen Bibeltext gelesen oder eine Predigt gehört, aber sie haben sich eigentlich gar nicht von Gott angesprochen gefühlt.

Es gibt Zeiten, da sind Menschen empfänglicher für Gottes Wort, dass es Wurzeln schlagen kann, erst einmal überhaupt keimen kann, aufgehn kann und Zeiten, da läuft gar nichts.

Wie ist das im Moment bei Ihnen, fühlen Sie sich angesprochen von Gott, bleibt sein Wort in Ihren Gedanken und Herzen oder ist es gleich nach dem Hören wieder weg ?

 

Jede Zeit hat ihre besonderen Herausforderungen. Es gab Zeiten vor der Erfindung des Buchdrucks, da waren Bibelausgaben rar und kostbar und es war gar nicht so einfach Gottes Wort im Herzen zu bewahren, wenn ich es nicht selber immer wieder nachlesen kann.

Heute ist das kein Problem. Jeder kann Gottes Wort jederzeit lesen, hören. Es ist kostenlos im Internet jederzeit zu lesen in den verschiedensten guten modernen deutschen Übersetzungen.

Aber heute ist dafür auch die Ablenkung durch so viele andere Inhalte und Medien so riesig groß, dass Gottes Wort es schwer hat, überhaupt ein bisschen tiefer in das Herz eines Menschen zu dringen und nicht sofort wieder von neuen Eindrücken weggewischt zu werden, weggepickt zu werden.

Es ist deshalb ein großes Geschenk, wenn ein Wort Gottes einen Menschen so persönlich trifft, wenn es überhaupt tiefer in Herz und Verstand eindringen kann.  Dass jemand realisiert, ja, es ist wirklich Gott, der Schöpfer der ganzen Welt, der mich anspricht.

Und das kann ja erst einmal ja nur ein einzelner Vers aus der Bibel sein, vielleicht ein Konfirmationsvers, ein Vers aus der Tageslosung, ein Wort, das einen Menschen anspricht.

 So wie wenn mich das Wort eines Menschen trifft, mich innerlich berührt. Zum Beispiel ein Kompliment oder eine Ermahnung, oder eine Liebeserklärung.  

All das ist ja auch in Gottes Wort enthalten.

Ist es aber alles schnell wieder weggepickt oder fängt es an zu keimen, dass eine Beziehung zu Gott anfängt zu wachsen, dass das Gespräch mit Gott weitergeht ?

 

Zweiter Fall: Das Wort Gottes bekommt keine tiefen Wurzeln

Kommen wir zu der zweiten Hürde, die das Saatgut auf dem Weg zur Frucht nehmen muss:

Da wächst in einem Menschen das Vertrauen zu Gott.

Gottes Wort hat ihn angesprochen und innerlich berührt.

Ja, dieser Mensch ist sehr offen und positiv gegenüber Gott eingestellt. Aber es geht trotzdem irgendwie nicht in die Tiefe.

So wie in einem  dünnen Belag Humus und dann kommt Fels, so dass keine tiefen Wurzeln entstehen können. Und dann kommt die erste Trockenperiode und schon verwelkt das junge Pflänzchen.

 

So, sagt Jesus, geht es auch mit manchen Menschen, die anfänglich begeistert Gottes Wort aufgenommen haben, aber dann kam die erste echte Vertrauensprobe für ihre Beziehung zu Gott und schon war die Beziehung zu Gott aufgekündigt, eingeschlafen.

Ein Menschen wendet sich enttäuscht von Gott ab, weil er anderes von ihm erwartet hat.

Woran kann das liegen ?

Es könnte daran liegen, dass er vielleicht bei dem einen Vers stehen geblieben ist.  Das eine Wort hat ihn  berührt, hat  ihn begeistert. Aber es ist nicht weitergegangen. Er hat Gott nicht weiter, tiefer kennengelernt.

Und dann kommt ein Ereignis, das sein Vertrauen auf Gott auf die Probe stellt, vielleicht ein Verlust in seinem Leben. Eine Krise.

Wenn ein Mensch da nicht die vielen Beispiele von menschlichen Krisen in der Bibel gelesen hat, und wie Gott Menschen da durch Krisen geführt hat, kann er das Vertrauen in Gott leicht verlieren.

Dann hat er sich ein eigenes Gottesbild zurechtgemacht, das nicht mit dem übereinstimmt, wie Gott sich in seinem Wort uns selber offenbart.  

Das zeigt, wie wichtig es ist, sich tiefer in Gottes Wort zu verwurzeln, auch die verschiedenen Lebenssituationen, die uns die Bibel in der Beziehung zu Gott vor Augen führt, wahrzunehmen,

sich einen Schatz zuzulegen von Worten Gottes, die auch durch Krisen hindurch tragen.

 

Dritter Fall: Das Wort Gottes wird vom Alltagsleben überwuchert

Und dann nennt Jesus noch ein drittes Hindernis, das Frucht in unserem Leben verhindert.

Dornen, die die Saat überwuchern.

Das sind einfach Lebensinhalte, die das Hören auf Gottes Wort überlagern, mit der Zeit zudecken.

Jesus sagt, das können sowohl negative als auch positive Dinge sein. Sorgen, aber auch Reichtum.

Alles kann mich abhalten, auf Gott zu nachhaltig, dauerhaft, geduldig zu hören und mein Leben nach seinen Zielen auszurichten, mein Leben ihm zur Verfügung zu stellen.

Wenn ich Gott nicht mehr in mein Leben hineinsprechen lasse,

dann wird es am Ende keine Frucht für ihn, für das Reich Gottes bringen.

Dann bin ich ständig innerlich und äußerlich mit irgendetwas beschäftigt, dass ich Gott am Ende ganz aus dem Blick verliere.

 

Manche fragen sich vielleicht, was muss ich ständig auf Gottes Wort hören oder in der Bibel lesen, es kommt doch darauf an,

im praktischen Leben und Verhalten Frucht zu bringen.

Das mag eine Zeitlang gut gehen, aber dauerhaft wird mein Leben nicht auf Gottes Ziele ausgerichtet bleiben, wenn ich nicht Gottes Wort in mir wachsen und reifen lasse.

Unbemerkt wird anderes wichtiger werden und meine eigenen Pläne werden wachsen und sich auch in meinen Entscheidungen und Prioritäten niederschlagen.

Regelmäßig Gottes Wort zu hören oder zu lesen, bleibt wichtig, damit die Saat Frucht bringen kann.

 

Das gute Land: Hundertfache Frucht

Und dann gibt es Menschen, da fällt Gottes Wort auf gutes fruchtbares Land, da ist in ihrem Leben zu sehen, dass dieses Wort Auswirkungen hat auf ihre Lebensplanung, auf ihre Prioritäten,

 auf ihren Umgang mit anderen Menschen.

Es bewirkt ein festes Vertrauen in allen Lebenslagen, ein geduldiges Festhalten an Gott.

Geduld ist hier das wichtige Stichwort. Es ist ein nachhaltiges Wachstum.

Gottes Wort bewirkt langfristige Veränderungen,

Gott arbeitet an unsrem  durch sein Wort,

wenn wir es geduldig aufnehmen und ihm immer wieder Raum lassen.

Wie wunderbar ist es solche Menschen anzuschauen.

Welch große Frucht entsteht da, wo Menschen Gottes Wort in sich wirken lassen.

Es wird sichtbar und spürbar werden für ihre Umgebung.

 

Dafür sollten wir beten zuerst für uns selber und dann auch für die Menschen in unserer Umgebung, dass sie solch ein gutes und fruchtbares Land werden und bleiben.

Zum Beispiel mit diesem Gesangbuchvers:

 

„Mache mich zum guten Lande, wenn dein Samkorn auf mich fällt, gib mir Licht in dem Verstande, und, was mir wird vorgestellt, präge du im Herzen ein, lass es mir zur Frucht gedeihn.“