Endlich wieder unbeschwert feiern !?

Wie sehr sehnen wir uns im Moment wieder mal ein unbeschwertes, ausgelassenes Fest feiern zu können.

Viele Hochzeiten sind letztes Jahr verschoben worden, weil man auf ein großes Fest nicht verzichten wollte.

Ja, es ist ja auch das Fest, das am größten gefeiert wird.

In Israel war es zur Zeit Jesu eine Woche lang. Was nicht heißt, dass eine Woche lang alle Gäste auf einmal da waren, aber trotzdem, es war ein großes Fest.

Jesus ist auch eingeladen. Er war also entweder verwandt oder befreundet mit der Familie von Braut oder Bräutigam.

Er geht zum Fest.

Selbstverständlich, nicht nur weil es damals eine religiöse Pflicht war, sondern weil er gerne feiert.

Er wurde von seinen Gegnern sogar als Fresser und Weinsäufer beschimpft.

Manche haben gegenüber dem christlichen Glauben das Vorurteil, dass es da um Verzicht geht, Askese. Alles, was Spaß macht ist dagegen verboten.

Wenn Jesus gerade auf einer Hochzeit sein erstes Zeichen, sein erstes Wunder tut, und wenn dieses Wunder dann auch noch die Verwandlung von Wasser in Wein ist, dann widerlegt dies von Beginn an diese Vorurteile.

Gott ist ein Liebhaber des Lebens in Fülle.

Er will uns nicht mit Wasser allein abspeisen. Wasser ist lebensnotwendig, Wein steht für alles, was das Leben festlich und schön macht.

Durch Mose im ersten Bund hat er sein Volk Israel in der Wüste mit Wasser und Brot durch Wunder am Leben erhalten. Aber das war nicht sein wirkliches Ziel: nur Überleben.

Sein Ziel mit Israel war das Land Kanaan, wo Milch und Honig fließt.

Wenn die Propheten im Alten Testament die Heilszeit ankündigen, die nach einer Katastrophe, nach einem Gericht Gottes kommen sollte, dann gehörte dazu auch, dass die Israeliten Wein anbauen und genießen konnten.

Der Name Jesus bedeutet ja: Gott hilft, Gott rettet. So sollte Maria und Josef ihn nennen.

Das hatte Maria von Anfang an von Gott gesagt bekommen.

Deshalb war sie sich so sicher, dass Jesus die göttliche Vollmacht hatte, in dieser Situation zu helfen.

Aber dass er als erstes öffentliches Zeichen für seine Vollmacht zu retten, ein Fest rettet, das hätte sie sich vielleicht auch nicht gedacht.

Feste, Partys, das ist doch Luxus, auf die kann man doch im Notfall auch verzichten. Zuerst gilt es doch das Überleben von Menschen zu retten. Nach dieser Logik, nach diesem Prinzip gehen wir doch im Moment in der Coronapandemie, wo Menschenleben bedroht sind, auch vor.

Hätte Jesus nicht dringenderes zu tun gehabt, als ein Fest zu retten?

Hätte er nicht zuerst viele Menschenleben retten sollen ?

Aber Jesus setzt hier ein Zeichen, das weit über die Rettung dieses einen Hochzeitsfestes hinaus geht.

Er weist auf das letzte Ziel seiner Sendung hin, das Ziel, das Gott mit uns Menschen hat ein Leben in Fülle, nicht nur ein irgendwie Überleben, nur das Lebensnotwendigste zu haben.

Wir merken es seit 10 Monaten: nur irgendwie Überleben läßt uns seelisch verkümmern. Zum Menschsein als Ebenbild Gottes gehört mehr. Z.B. Feste feiern.

Dazu ist Jesus erschienen, dass er uns das Leben in Fülle schenken will. Jesus sagt im Joh später: „Ich bin gekommen, dass ihr das Leben und volle Genüge haben sollt.“

 

Die Frage ist: trauen wir Jesus das zu ? Trauen die Menschen heute Jesus das zu ? Erwarten sie von ihm, dass er ihn Leben und volle Genüge gibt ?

Traue ich ihm das zu ?

Spreche ich ihn darauf an, so wie es Maria getan hat ?

 

Oder versuche ich ohne ihn durchzukommen, auf meine eigene Kraft zu vertrauen. Der Weinkonsum ist angeblich in den letzten Monaten in Deutschland gestiegen, weil  die Menschen so die fehlenden Feste kompensieren.

Das ist auf die Dauer bedenklich, es kann in die Abhängigkeit führen.

 

Wenden wir uns lieber an Jesus so wie Maria.

Sie hat grenzenloses Vertrauen in Jesus. Sie bittet ihn nicht einmal darum zu helfen, sondern sagt ihm nur die Notlage.

Sie ist sich sicher: er weiß am besten, was zu tun ist, wie zu helfen ist.

Oft, wenn wir ein Problem haben, bitten wir Gott, dass er so oder so im Einzelnen eingreifen soll.

Maria überlässt das ganz Jesus.

 

Aber sie bekommt eine schroffe Ablehnung von Jesus.

Das ist wirklich heftig.

Bestimmt haben wir das alle schon einmal erlebt, dass Jesus nicht sofort eingegriffen hat, wenn wir mit einer Not zu ihm gekommen sind, ihm unsere oder die Not anderer im Gebet gebracht haben.

 

Das ist eine große Vertrauensprüfung, das kann uns schon erst einmal enttäuschen, entmutigen, unseren Glauben an Jesus in Frage stellen.

Anders bei Maria. Sie klagt nicht, sie macht Jesus keine Vorwürfe. Sie bleibt weiter zuversichtlich, dass die Not, die sie Jesus genannt hat, bei ihm nicht vergessen ist.

Sie drängt ihn aber nicht weiter, sondern überlässt ihm, was er jetzt sagen wird.

 

Jesus ist kein Gebetsautomat, dem wir unsere Wünsche sagen und er tut es sofort. Jesus ist souverän. Er hat den Überblick.

Meine Zeit steht in seinen Händen.

Und doch befiehlt er dann den Dienern etwas zu tun.

Er hat sich von Marias Beharrlichkeit dazu bewegen lassen.

Es gibt noch eine ähnliche Begebenheit, in der Jesus sich von einer heidnischen Frau überzeugen lässt, ihrem Kind zu helfen, obwohl Jesus ihr zuerst gesagt hat, dass er nur zu den Israeliten gesandt ist.

 

Zwei Frauen waren das. Vielleicht sind Frauen im Gebet oftmals beharrlicher als Männer. In dem einen Gleichnis Jesu vom Gebet ist es auch eine Witwe, die so lange den Richter mit ihren Bitten bestürmt, bis sie zum Ziel gelangt.

 

Dieses unbedingte Vertrauen Marias  in Jesus wünsche ich mir.

 

Schauen wir darauf, wie Jesus am Ende handelt und hilft.

1. Er hilft zu seiner Zeit

Er entscheidet, wann die Zeit gekommen ist. Wann das der Fall ist, das wissen wir nicht. Bei Maria, war es dann doch sehr schnell.

Wir müssen vielleicht manchmal länger warten.

2. Er muss nur ein Wort sprechen. Ja, er befiehlt nicht einmal direkt dem Wasser sich in Wein zu verwandeln.

Er hat es sozusagen schon getan, als er den Dienern befiehlt, dem Speisemeister aus den Krügen etwas zum Probieren zu bringen.

Er handelt in der Vollmacht des Schöpfers, der die Neuschöpfung beginnt.

3. Er bindet die Menschen mit ein. Die Diener und der Speisemeister müssen aktiv werden auf sein Wort hin. Auch uns will Jesus mit einbinden in sein Handeln. Wir sollen bereit sein, auf seine Anweisungen, sein Wort zu hören.

 

Auch heute handelt Jesus in unserer Welt, greift rettend ein, vielleicht ohne, dass wir es immer merken. Er gebraucht Menschen, die das tun, was er sagt.

Bleiben wir aufmerksam auf sein Wort, auf seine Anweisungen.

 

Erwarten wir auch in diesem Jahr 2021 viel von ihm als unserem Retter.

Legen wir ihm unsere Not hin, dass wir schon so lange nicht mehr unbeschwert und fröhlich feiern konnten.

Bitten wir, dass er auch in unserem Leben erscheint als der Retter, der souverän helfen und uns ein  Leben in Fülle schenken kann.

AMEN