Augenzeugen gesucht

Letzte Woche war der Holocaustgedenktag, der seit vielen Jahren am Tag der Befreiung des KZ Auschwitz begangen wird.

Die letzten Augenzeugen werden nun bald tot sein. Wie kann man ihr Erleben, ihre Zeugenaussagen festhalten ?

Das wird gerade durch 3D-aufnahmen von Interviews versucht.

So kann man diese Augenzeugen später wie lebendig im Raum erscheinen lassen.

So wichtig ist das Erinnern an die Wahrheit vor über 75 Jahren, damit nicht mit der Zeit Fakenews und alternative Fakten die wahren Augenzeugen in Zweifel ziehen und die Menschen unsicher machen können, was wirklich passiert ist.  

Genau in derselben Lage waren die Christen als die Generation der Augenzeugen, die mit Jesus unterwegs waren,  auf ihren Tod zugingen.

Diese Augenzeugen selber waren besorgt, dass ihre Zeugenaussagen über Jesus wahrheitsgetreu und unverfälscht erhalten blieben auch über ihren Tod hinaus.

Sie waren besorgt, dass das Licht, das in der Welt in Jesus erschienen war, wieder verlöscht, wenn es in Vergessenheit gerät oder verdunkelt, verfälscht wird.

Damals gab es noch keine 3D-videoaufnahmen, die sie von ihren Zeugenaussagen hätten machen können.

Das Medium, das ihnen zur Verfügung stand, war das schriftliche Festhalten ihrer Erlebnisse mit Jesus.

Deswegen haben wir die Evangelien und die Briefe, die Apostelgeschichte. Diese sind später dann im Neuen Testament gesammelt aufbewahrt und durch die Generationen weitergegeben worden bis zu uns.

 

Petrus war  der Sprecher der Jünger Jesu, der Leiter der ersten Christengemeinde, der Fels der Kirche, den Jesus dazu berufen hat. Er schreibt in einem Rundschreiben an die Christenheit vor seinem Tod, warum ihm die zuverlässige Weitergabe der Informationen über Jesus so wichtig ist: 

 

2.Petrusbrief Kapitel 1, Verse 16-21

Denn wir sind nicht ausgeklügelten Fabeln gefolgt, als wir euch kundgetan haben die Kraft und das Kommen unseres Herrn Jesus Christus; sondern wir haben seine Herrlichkeit selber gesehen.

(17)Denn er empfing von Gott, dem Vater, Ehre und Preis durch eine Stimme, die zu ihm kam von der großen Herrlichkeit: (a) Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.

(18)Und diese Stimme haben wir gehört vom Himmel kommen, als wir mit ihm waren auf dem heiligen Berge.

(19)Um so fester haben wir das prophetische Wort, und ihr tut gut daran, dass ihr darauf achtet als auf ein  Licht, das da scheint an einem dunklen Ort, bis der Tag anbreche und der Morgenstern aufgehe in euren Herzen.

(20)Und das sollt ihr vor allem wissen, dass keine Weissagung in der Schrift eine Sache eigener Auslegung ist.

(21)Denn es ist noch nie eine Weissagung aus menschlichem Willen hervorgebracht worden, sondern  getrieben von dem heiligen Geist haben Menschen im Namen Gottes geredet.

 

Es hat sich bewahrheitet, was Petrus befürchtet hat.

Die Wahrheit seiner Zeugenaussagen und die der anderen Augenzeugen wurden immer wieder versucht in Zweifel zu ziehen.

Petrus weist im Anschluss an unseren Text  in dieser Vorahnung schon auf die falschen Propheten und hin, die es schon zur Zeit des Alten Testaments gab und die es auch in Zukunft immer geben wird. Jesus selbst hat sie ja auch vorausgesagt.

 

Welche Argumente bringt Paulus nun, um seine Botschaft von Jesus als dem hellen Licht, dem Morgenstern  gegen diese Verfälschung und Verdunkelung zu bewahren..

 

1. Er ist nicht ausgedachten Fabeln gefolgt,

im Griechischen steht hier das Wort Mythen,

sondern er hat selber etwas gesehen und mit seinen Ohren gehört.

Es sind Sinneswahrnehmungen, auf denen sich seine Aussagen, seine Berichte gründen.

Durch alle Zeiten, aber besonders in den letzten 200 Jahren haben sich die neutestamentlichen, biblischen Zeugnisse wehren müssen gegen diesen Vorwurf, dass es nur ausgedachte Geschichten, Fabeln, Mythen sind, so wie es natürlich viele gibt.

Warum ist das so, dass gerade die biblischen Berichte so in Zweifel gezogen wurden und werden ?

Weil sie vom Handeln Gottes berichten, vom Eingreifen Gottes in die Weltgeschichte.

Und es ist interessant, dass Petrus gerade sein Erlebnis der Verklärung Jesu hier anführt, weil es natürlich besonders deutlich und eindeutig von Gottes Eingreifen redet.

Das lässt sich nicht ohne sein Eingreifen anders erklären.

Da bleibt nur noch die Möglichkeit, es in das Reich der Fabeln, der Mythen zu verbannen und die Glaubwürdigkeit der Aussagen so in Zweifel zu ziehen.

Fabeln und Mythen haben aber einen völlig anderen Charakter, sie betonen nicht ausdrücklich selber ihre historische Zuverlässigkeit, so wie es hier der Petrus tut.

Fabeln und Mythen haben nicht solch ein eindeutiges Entstehungsdatum, sondern tauchen wie aus dem Nebel aus der Geschichte auf, bzw. ihre Entstehung verschwimmt in der Vorgeschichte und lässt sich nicht so eindeutig festmachen.

 

Es ist wichtig für unseren Glauben, dass unsere Grundlage auf realen Fakten basiert, auf tatsächlichen Geschehnissen, die Menschen mit ihren Sinnen erlebt und dann als Augenzeugen aufgeschrieben haben.

Ich persönlich zumindest will mein Leben nicht von irgendwelchen schwammigen Fabeln und Mythen abhängig machen und darauf gründen.

 

2. Petrus nennt das prophetische Wort.

Damit meint er die alttestamentlichen Propheten.

Mit ihnen bringt er eine Tiefendimension herein, die seine Erlebnisse mit Jesus, in ihrer Bedeutung bestätigen.

Es ist faszinierend, wie die Worte der alttestamentlichen Propheten auf Jesus hindeuten.

 Jesus bestätigt und erfüllt so viel, was Gott in den Jahrhunderten zuvor angekündigt hat.

Das bestätigt die Vertrauenswürdigkeit und Zuverlässigkeit des prophetischen Worts. Es ist wie ein Licht, das uns Orientierung gibt, um die Geschichte transparent zu machen.

 

3. Petrus weist darauf hin, dass das prophetische Wort gleichzeitig Menschenwort und Gotteswort ist.

Die beiden ersten Argumente können sozusagen objektiv unabhängig vom Glauben nachvollzogen werden, auch von atheistischen Geschichts-und Literaturwissenschaftlern.

Dieser dritte Punkt geht noch darüber hinaus.

Ein tieferes Verständnis der Prophetenworte und der Augenzeugenberichte der  Apostel ist nur möglich durch den Heiligen Geist, durch Gott selbst.

Wenn das in der Bibel selbst hier und an anderen Stellen ausdrücklich gesagt wird, kann ich die Bibel nur angemessen nach ihrem eigenen Verständnis so auslegen.

Eine Auslegung und ein Verständnis, das sich allein auf die Kraft des menschlichen Verstands verlässt, wäre deshalb unangemessen.

 

Dass ich mich von dem lebendigen Gott selber angesprochen fühle durch das Bibelwort, das kann nur der Heilige Geist schenken.

Weil es derselbe Geist ist, der bei der Abfassung und bei Auslegung der Bibelworte die entscheidende Rolle spielt.

 

Deshalb sollen wir Gott um seinen Heiligen Geist bitten, wenn wir die Bibel lesen, dass er uns dieses richtige und tiefe Verständnis schenkt.

 

Trotzdem bleiben die objektiv mit unserem natürlichen Verstand nachprüfbaren Fakten beim Bibelverständnis wichtig.

Sie schützen uns, dass wir uns nicht subjektiv irgendeine falsche Auslegung einbilden, und dabei denken, dass der Heilige Geist sie uns gegeben hat.

Dieser Gefahr sind manchmal Christen oder Gemeinden erlegen, die ihre Auslegungen nicht mehr an dem faktischen Bibeltext  überprüft haben und so Irrlehren entstanden sind.

 

Beides gehört zusammen und muss zusammengehalten werden beim Bibellesen, zum richtigen Verstehen der Bibel:

Das geschriebene Wort, die geschichtlich prüfbaren Fakten und der Heilige Geist.

Wir dürfen nicht das eine gegen das andere ausspielen, sonst verdunkeln wir das helle Licht der Wahrheit.

 

In anderer Form haben wir dieses Licht Jesu nicht.

Wir waren nicht selber dabei bei der Verklärung wie der Petrus,

wir sollen nicht darauf warten, bis wir solch ein außergewöhnliches Erleuchtungserlebnis haben.

Ja, manchen Menschen wird das auch heute geschenkt.

Im Youtubekanal  des ERF „Mensch Gott“ berichten viele Menschen auch heute von solchen direkten Gotteserlebnissen, von Gottes außergewöhnlichem Eingreifen in ihr Leben.

 

Das ist jedoch nicht der Regelfall, wie wir das Licht Jesu sehen und erleben.

Aber wenn wir im Gebet um den Heiligen Geist die Bibel lesen,

dann wird es immer wieder geschehen, dass der Tag anbricht und der Morgenstern in unserem Herzen aufgeht.

Dann scheint das helle Licht Jesu in unserem Herzen auf und macht es hell und froh.

Dann können wir in seinem Licht mutig und zuversichtlich unseren Weg weitergehen auch wenn es wie bei Petrus nach dem Erlebnis mit dem strahlenden Licht  auf dem Berg der Verklärung dann auch erst einmal wieder durch dunklere Zeiten ging.